Unsere Ziele
ME/CFS ist mittlerweile keine seltene Erkrankung mehr. Sie ist so weit erforscht, dass mit der Medikamentenentwicklung begonnen werden könnte. Vielversprechende Wirkstoffkandidaten gibt es bereits. Aber von Politik und der Pharmaindustrie werden nicht genügend Gelder bereitgestellt, um diese in Studien zu testen.
Was wir fordern?
Um Kindern und Jugendlichen mit ME/CFS ihr Leben zurückzugeben, fordern wir:
- Mehr Geld für die ME/CFS-Forschung: Politik und Pharmaindustrie müssen deutlich mehr Geld in die ME/CFS-Forschung und Medikamentenentwicklung investieren.
- das ME/CFS als gesellschaftliches Problem erkannt wird: Politik und Regierung müssen die Augen öffnen, dass ME/CFS zu einem schwerwiegenden gesellschaftlichen Problem werden kann.
- Mehr Öffentlichkeit für eine Krankheit die so viele betrifft: mehr Öffentlichkeit für diese Krankheit und für die Betroffenen (sowie Angehörigen) schaffen, die selbst keine Kraft mehr haben.
- Eine Agenda zur Reintegration: dass sich Politik und Regierung mit dem Thema Reintegration in die Gesellschaft der Kinder und Jugendlichen beschäftigen.
- Homeschooling-Strukturen für Kinder und Jugendliche: ausgebaute und flexible Homeschooling-Strukturen für alle erkrankten Kinder und Jugendlichen ermöglicht werden, damit die Kinder durch fehlende Bildung nicht durchs Raster fallen.
Die Corona-Pandemie war das beste Beispiel, wie schnell ein Wirkstoff entwickelt werden kann, wenn Gelder fließen. Menschen mit Long Covid, Post Covid oder ME/CFS dürfen nicht als Kollateralschaden der Pandemie abgetan werden, denn zukünftig werden immer mehr an Long Covid und ME/CFS erkranken!
Vielversprechende Wirkstoffkandidaten gegen ME/CFS
- Wirkstoff BC007: laut Medikamentenstudie des Herstellers zeigt der Wirkstoff keine Wirkung, aber die Uniklinik in Erlangen hat dennoch eine signifikante Verbesserung im Befinden der Studienteilnehmer gesehen und konnte dies sogar in ihrem spezialisierten MRT nachweisen (Ansprechpartner: Dr. Hohberger). Der Hersteller ist jetzt insolvent und niemand weiß was mit diesem Wirkstoff passiert. 30 Millionen Euro wären notwendig, um das Unternehmen zu retten.
- Wirkstoff MDC002: wurde von Professor Dr. Wirth entwickelt. Laut Carmen Scheibenbogen ebenfalls vielversprechend. Dem Entwickler fehlt das Geld für Studien (circa 20 bis 25 Millionen Euro).
- Medikament "Uplizna": ein bereits zugelassenes Medikament sollte für ME/CFS erprobt werden. Eine Studie wurde kurz vor Weihnachten 2024 nicht genehmigt. Es ging um 3 Millionen Euro! Im Straßenbau sind 3 Millionen Euro eine Kleinigkeit.
Warum es so wichtig ist ME/CFS jetzt zu bekämpfen?
- Es werden immer mehr Fälle an ME/CFS diagnostiziert: Es wird in Zukunft immer mehr Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Long Covid und ME/CFS geben! Schon jetzt werden pro Jahr mehr Fälle an ME/CFS diagnostiziert als an Multiple Sklerose. Long Covid wird uns nicht mehr verlassen, sagt auch die Ärztin Astrid Weber der Koblenzer Post-Covid-Ambulanz. (Quelle: SWR Aktuell)
- Die Dunkelziffer liegt vermutlich viel höher: Viele ME/CFS Patienten werden falsch diagnostiziert und kommen in den Zahlen gar nicht erst vor. Ebenso die Privatpatienten und die Schwerstbetroffenen, die keinen Arzt mehr aufsuchen können, um überhaupt eine Diagnose zu erhalten. Insgesamt muss man bei den aktuellen Zahlen zu ME/CFS davon ausgehen, dass die Dunkelziffer viel höher liegt als angenommen.
- Ein Epidemisches Ausmaß wird befürchtet: Experten befürchten eventuell ein epidemisches Ausmaß, denn jedes Jahr kommen neue Fälle an ME/CFS hinzu, ohne dass die bereits Betroffenen geheilt werden konnten.
- Die Selbsthilfegruppen füllen sich mit verzweifelten Eltern, so dass mit einem deutlichen Anstieg der Pflegefälle gerechnet werden muss.
Wie sollen wir uns das in Zukunft als Gesellschaft leisten?
Der volkswirtschaftliche Schaden, der durch diese Krankheit entsteht, steht in keinem Verhältnis zu den Kosten für die Medikamentenentwicklung. Insbesondere, da jedes Jahr mit einer Zunahme der Fallzahlen zu rechnen ist. Auch Ärzte fordern mehr Forschung für Post Covid und Long Covid. (Quelle: Deutsches Ärzteblatt)